Johannes-Prassek-Werk e.V.

Johannes Prassek als Mensch, Märtyrer und Vorbild

Der katholische Kaplan Johannes Prassek ist einer der sogenannten Lübecker Märtyrer.

Er gehörte zu den wenigen mutigen Menschen, die in der Zeit des zweiten Weltkrieges gegen die grausame Naziherrschaft in Deutschland aufbegehrt hatten.

Am 13. August 1911 wurde er im Hamburger Stadtteil Barmbek geboren. Sein Vater war Maurer und stammte aus Schlesien. Seine Mutter, eine Konvertitin, kam aus Mecklenburg.

Unter großen persönlichen Opfern schloss Johannes Prassek sein Theologiestudium ab. 1937 wurde er in Osnabrück zum Priester geweiht. Als Kaplan war er zunächst in Wittenburg, dann ab 1939 an der Herz-Jesu Kirche zu Lübeck in der Pfarrseelsorge tätig.

Der große und asketische Mann überzeugte durch seine Natürlichkeit, Offenheit und seine vertrauensvolle Hinwendung zu den einzelnen Menschen. Prassek wird als charakterstark und mutig geschildert. Zwei Wochen vor seiner Festnahme bekam er das „Luftschutz-Ehrenzeichen“, weil er während des verheerenden Luftangriffs auf Lübeck geholfen hatte, Menschen aus einem zerstörten Krankenhaus zu bergen.

Johannes Prassek war ein begabter, mitreißender Prediger, vertrat offen seine Meinung und scheute keine Kritik an den deutschen Kriegsverbrechen. In Soldaten- und Jugendgruppen kritisierte er die Erschießung von Gefangenen und Juden. Er betonte auch die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen katholischem Glauben und nationalsozialistischer Ideologie.

Gemeindemitglieder und Freunde warnten den Kaplan vor der Gefahr, die die öffentliche Kritik mit sich brachte. Doch Prassek meinte: „Wir Priester wenigstens müssen den Mut haben, die Wahrheit zu sagen, sonst glauben die Leute, alles wäre in Ordnung. Was können sie mir schon tun? Höchstens einen Kopf kürzer machen.“ Er selbst war nicht mit der Zurückhaltung einverstanden, die die katholischen Bischöfe gegenüber dem NS-Unrechtsregime an den Tag legten. Umso mehr verehrte er mutige Einzelgänger wie den Münsteraner Kardinal von Galen.

Im evangelischen Pastor Karl Friederich Stellbrink fand Prassek einen Mitstreiter. Beide tauschten Informationen ausländischer Rundfunksender und Flugblätter aus, die er auch vervielfältigte und verteilte.

Eine weitere Provokation: Prassek widmete sich, trotz strengster Verbote, als Seelsorger den polnischen Zwangsarbeitern in Lübeck und lernte dazu sogar etwas polnisch.

Kaplan Johannes Prassek wurde von einem Gestapospitzel denunziert und Ende Mai 1942 verhaftet. Mit ihm in Haft kamen zwei weitere katholische Geistliche – Eduard Müller und Hermann Lange – sowie der evangelische Pastor Stellbrink. Am 22. Juni 1943 wurden sie im „Lübecker Christenprozess“ angeklagt, einen Tag später vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 10. November 1943 im Gefängnis Holstenglacis in Hamburg durch das Fallbeil hingerichtet.

Nachdem im Jahre 2004 das Seligsprechungsverfahren eröffnet wurde, hat Papst Benedikt XVI. am 01. Juli 2010 das Martyrium der drei Lübecker Kapläne Johannes Prassek,  Eduard Müller  und Hermann Lange anerkannt. Damit ist der Weg frei für die Seligsprechung der drei katholischen Geistlichen, die nach Angaben des Erzbistums Hamburg am 25. Juni 2011 in Lübeck erfolgen wird. Des Weiteren wird eine Ehrung des evangelisch-lutherischen Pastors Karl Friedrich Stellbrink stattfinden.

Johannes Prassek hat sich für Gott, für die Liebe, für die Wahrheit und das Gute entschieden. All dieses war ihm der höchste Preis wert – der Preis seines Lebens. Sein Leben war geprägt von großer Mitmenschlichkeit, ökumenischer Offenheit und einem starken Glauben an Gott. Durch sein Wirken und Verhalten war Kaplan Prassek ein helles Vorbild für die verführte deutsche Jugend. Als Vorbild kann er uns auch heute dienen.

Möchten Sie mehr über Johannes Prassek wissen? Wir schicken Ihnen gern ein Heft über unser Vorbild zu.

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